
Studenten in der Ringvorlesung im Wintersemester 2008 / 2009 - jetzt in einer Neuauflage mit Bezug auf Unternehmen.
Universitäten sind langsam, vor allem wenn sie hunderte Jahre alt sind wie die ehrwürdige Tante „Universität zu Köln“. Da mag es manchmal junger Initiative bedürfen, um auf aktuelle Trends einzugehen. Dies macht oikos Köln, mit einer Ringvorlesung, „Entwicklung nachhaltig gestalten – staatliche und unternehmerische Ansätze“, schon zum zweiten Mal im offiziellen Bachelor-Curriculum und von der UNESCO ausgezeichnet. Was sind meine Eindrücke von der Eröffnung?
Eine Einführung
Die aktuelle Ringvorlesung baut auf einem erfolgreichen Vorlesung im letzten Semester auf. Als Reaktion auf die Evaluation hat sich ein Verschiebung des Schwerpunktes ergeben: Weg von rein staatlichen Akteuren, zu einer stärkeren Berücksichtigung von Unternehmen. Am 22. April 2009 war die Eröffnungsveranstaltung – 80 Studenten kamen, hörten zu und diskutierten eifrig mit.
In dieser ersten Veranstaltung durfte ich als Referent das Thema Nachhaltige Entwicklung, insbesondere im Entwicklungskontext, vorstellen. Als Rahmen und Einleitung für die folgenden Vorträge – deshalb etwas generell geraten?
Als Einstieg gab es ein „Frühstücksbild“ als Assoziation – welche Auswirken fallen Euch bei diesem Bild ein? (siehe zweiter Slide in Präse):
Die Assoziationen der Teilnehmer kamen wie erwartet: Klimawandel, Massentierhalten, Ausbeutung von Kleinbauern, Erdrutsche – ein Pandämonium der Umwelt- und Sozialkatastrophen. Erst auf Nachfrage trauten sich die Teilnehmer an die Auswirken, die sie direkt betreffen: Satt, mit Vitaminen versorgt, informiert (Zeitung), ein Gemeinschaft eingebunden (es sei denn man frühstückt alleine).
Das Gute Leben – Auf einer Erde
Dieser Linie bin ich im Rest gefolgt – was heisst gutes Leben, und damit Menschliche Entwicklung (in Anlehung an Sen und die UNDP-Berichte zur menschlichen Entwicklung)? Wie lässt sich dies im Rahmen ökologischer und sozialer Ressourcen (und ihren Begrenzungen) realisieren? Und was sind die Akteure (staatlich oder privat? oder dritte?) die hier den Wandel vorantreiben können? Grade im Bereich Unternehmen sehe ich hier mit Innovationen wie Mikrofinanz oder Base of the Pyramid die meisten Potentiale für Innovationen – umgesetzt allerdings oft mit politischen oder zivilgesellschaftlichen Akteuren in der Aufbauphase (Slides 38-40).
Was interessierte die Teilnehmer?
Für besonders viele Diskussionen sorgte Slide 28: Wen erreicht die Entwicklungshilfe? Basierend auf einem Artikel von Easterly und Pfutze (2008, s.u.) diskutierten die Teilnehmer, wie man mit Hilfszahlungen in korrupte oder unfreie Staaten umgeht, grade weil hier oft die Not am grössten ist. Diskutiert wurde auch, ob die ärmsten Länder alleiniger Fokus der Entwicklungshilfe sein sollen – und welchen Handlungsbedarf es zum Beispiel im schnell wachsenden China gibt. Interesse gab es auch am Jobeinstieg zu Entwicklungsthemen – doch so vielfältig wie sich das Feld (grade im Bereich Unternehmen und Armut) hier entwicklt, gibt es keinen „einen Pfad“ – ausser den notorischen Sprachkenntnissen und der Auslandserfahrung.
Was passiert jetzt?
Bei der Ringvorlesung geht es das Semester über weiter mit Vorträgen an der Uni Köln – es kommen Referenten von Klassikern wie dem Geberkommittee der OECD, der Kreditanstalt für Wiederaufbau, und der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) – aber auch Unternehmen wie Solarworld (zu ländlichen Energieprojekten) oder die Allianz (über einen ehemaligen Mitarbeiter, zu Mikroversicherungen) kommen dort zu Wort.
Wer nicht teilnehmen kann, da nicht in Köln: Die OrganisatorInnen geben sicher gerne Auskunft über ihren Erfahrungen bei der Organisation dieses spannenden Projektes!
Easterly, William, and Tobias Pfutze. 2008. “Where Does the Money Go? Best and Worst Practices in Foreign Aid”. Journal of Economic Perspectives 22
1 Antwort bis hierher ↓
Jonas // Mai 1, 2009 um 12:47 |
Tolle Veranstaltungsreihe!
sneep München legt von Mai bis Juli mit der Ringvorlesung „business meets ethics“ an der LMU München nach. Höhepunkte sind zwei Workshops und eine Podiumdiskussion zur Korruptionsbekämpfung.
Weitere Informationen unter http://www.sneep.info/muenchen
Interessierte und Studierende aller Fakultäten sind herzlich eingeladen.