Martin, wo bist du eigentlich, und was machst du eigentlich grade? Um diese Frage zu beantworten, hier ein kurzer Aufriss. Seit Januar sitze ich an der Datensammlung für meine Dissertation. Ich mache Interviews und nehme an internen und externen Treffen meiner beiden Fallunternehmen teil. Es gibt dabei, tata!, um das Thema Mikroversicherung – wie lassen sich Versicherungen an arme Haushalte und Individuen in Entwicklungsländern vertreiben? Und dies auf möglichst profitable und armuts-bekämpfende Weise? Diese Datensammlung bringt mich in spannende Firmen, an spannende Orte, und in spannende Projekte – über die ich momentan aber nur sehr begrenzt schreiben kann… Spätestens 2011 sollte sich dies ändern, und dann gibt es wieder regelmässigere Aktualisierungen!
Daneben sitze ich noch an anderen Projekten – zum Beispiel der oikos UNDP Young Scholars Development Academy, die nächste Woche hier in Costa Rica stattfinden wird (vom 29 August bis zum 3. September).
Im Sommer hab ich auch dem fantastischen Gründungsteam vom Hub Zürich geholfen – unter anderem dabei, über ein „Crowdfunding“ die Finanzierung vom Ausbau des zukünftigen Hubs sicher zu stellen. Aufgrund der bestehenden starken Community haben sie in recht kurzer Zeit 85,000 Franken eingesammelt. Glückwunsch dazu!
Momentan bin ich noch in Costa Rica – dann für, ab 5 September, für ein paar Tage in Europa sowie, um meine Datensammlung wieder aufzunehmen, in Johannesburg…
Achso, nachhaltig ist das ganze Reisen natürlich nicht wirklich…
Veröffentlicht unter In eigener Sache

Mikroversicherungsreport der Allianz
Die Allianz ist eine grosse Versicherung, die aber auch ganz kleine Versicherungen anbietet – für Fischer in Tamil Nadu, Kühe in ganz Indien, oder Mikrokreditnehmer in Afrika. Was auf den verschiedenen Kontinenten genau bei der Allianz passiert, wie der Sektor allgemein funktioniert, sowie externe Meinungen von Mikroversicherungs-Experten habe ich zusammen mit Christina Gradl, Claudia Knobloch und Rustam Sengupta, vom emergia Institute, zusammengetragen. Mehr Informationen gibt es in der Pressemitteilung der Allianz, oder im Report (pdf).
Die letzten drei Tage durfte ich im Büro vom emergia Institut verbringen. Dort hatte ich nicht nur die Gelegenheit, endlich mal die (in grosser Mehrzahl) Jungs von GEXSI kennenzulernen, sondern auch die neue enorm in die Hand zu nehmen. Sieht schick aus, kommt mit einem tollen Artikel zum Thema Mikrofinanz, einem interessanten Interview zu Grameen-Danone und einem Investment-Gimmik – für jedes verkaufte Heft spendet die Triodos-Bank einen Euro in einen nachhaltigen Fonds. Im Magazinladen im Berliner Hauptbahnhof lagen die Hefte übrigens nicht versteckt im Regal, sondern vorne auf einem Extra-Haufen – nur wenige Tage nach Launch schon merklich zusammengeschrumpft. Die Zeit ist reif!
Bei NextBillion reinzuschauen lohnt sich grundsätzlich immer – und doch will ich, etwas unbescheiden, auf mein Interview mit Jim Roth, einem der Gründer von Leapfrog Investment, hinweisen. Wie beschafft mit 137 Millionen US-Dollar für Investitionen in Mikroversicherungen?
Die Antwort gibt’s im NextBillion-Post The Ugly Duckling Turned Rich (Achtung, Englisch!)

Schweinsohr
Heute oblag es mir, der älteren Dame, die dankenswerterweise einmal die Woche hier in Bogotá unsere Wohnung säubert, ihr Entgelt zu überreichen. Schlecht vorbereitet, konnte ich ihr die 30,000 Peso nicht passend geben. Mein Angebot, ihr 50,000, die ich als Schein zur Hand hatte, zu nehmen und nächste Woche entsprechend weniger zu erhalten wies sie entrüstet zurück. Der Grund? „Dann gebe ich doch jetzt alles aus, und habe nächste Woche gar nichts“. Das widerspricht nicht nur das klassischen ökonomischen Lehre – sondern sagt auch viel über das Verhältnis der Armen zum Geld aus.
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Veröffentlicht unter Finanzdienstleistung

Screenshot Samasource
Out-sourcing und off-shoring sind in Deutschland schlecht beleumundet – dies könnte sich ändern. Über das Sozialunternehmen Sama-Source kann man digitale Mikro-Arbeiten in Entwicklungsländer vergeben – in Flüchtlingscamps oder Elendsviertel, wo sie von pfiffigen Dienstleistern abgearbeitet werden. Die Transkribierung von Interviews ist der Einstieg, doch Samasource bietet eine Reihe von Dienstleistungen an, die Bearbeitung von Daten, das Katalogisieren von Bildern etc… Also, her mit Euren Interviews, und rein damit in den Slum!
Seit 1.5 Monaten lebe ich Kolumbien – einem zerrissenen, widersprüchlichen Land. Sich eine Meinung zu bilden scheint unmöglich – zu verworren die Lage, zu viel nebeneinander von Sicherheit und Menschenrechtsverletzungen, zuviel durcheinander von Drogenkartellen, Guerilla und Paramilitärs. Mein Blick auf das Land ist, siehe die letzten Blog-Posts, eher positiv. Zu positiv – wenn man der Berichterstattung in Deutschland folgt. Ein politischer Seitenkommentar.
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Veröffentlicht unter Kolumbien, Politik

Wenn das die Queen wüsste!
Auch wenn ich im Rheinland aufgewachsen bin, ist mir als Exil-Preusse und Kultur-Protestant in Köln das Thema „Gutes Benehmen“ quasi in die Wiege gelegt worden. Zwar ist das letzte „Flossen vom Tisch, sonst kommst du nie zur Queen Elisabeth“ meiner hoch geschätzten Grossmutter schon eine Weile her, aber es hallt nach.
Umso interessanter, nicht nur in der Alten Tante Zeit, sondern auch auf der anderen Seite der Welt wieder über das Thema „Gutes Benehmen“ zu stolpern, und was das mit Entwicklung zu tun haben könnte.
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Forscher sitzen gerne alleine zu hause, lesen Fachartikel und feilen an ihren eigenen Entwürfen. Richtig! Aber manchmal dürfen sie auch raus – in die freie Wildbahn, Daten sammeln, oder auf Konferenz, um anderen Forschern ihr Leid zu klagen (und die Freuden des Wissenschaftlerseins zu teilen!). Zum Beispiel auf der oikos UNDP Akademie, vom 29. August bis zum 3. September 2010 in Costa Rica.
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Vor längere Zeit haben die Industrieländer vollmundig versprochen, 0,7 Prozent ihres Haushaltes für Entwicklungshilfe auszugeben. Daraus ist bekanntlich nichts geworden, die meisten Länder hängen weit zurück. Und zwar nicht erst seit der Finanzkrise, die zwar eine hübsche Ausrede bietet, aber auch illustriert, dass das Geld anscheinend doch hätte mobilisert werden können – man wollte nicht. Welche neuen Wege könnte man gehen?
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